Was es ist
Xi Lu Rou (西魯肉, auf Taiwanisch se-lóo-bah) ist ein dicker, mit Stärke gebundener Eintopf aus Yilan im Nordosten Taiwans. Trotz des Namens ist es kein geschmortes Schweinefleisch. Auf einem Bett aus Chinakohl liegt eine Soße aus Schweinefleischstreifen, Pilzen und Gemüse, darüber goldene Krümel aus frittiertem Ei (蛋酥).
Woher es kommt
Das Gericht entstand bei den Festessen unter freiem Himmel, die Familien in Yilan zu Hochzeiten, Beerdigungen und anderen Anlässen ausrichteten. Die Dörfer waren arm, also schnitten die Köche in Streifen, was da war, etwa Kohl, Pilze, Karotten und Bambussprossen, und banden alles zu einem einzigen, üppig wirkenden Gericht. Die frittierten Eikrümel haben einen fast fleischigen Biss und dienten als billiger Fleischersatz.
Der Name gibt Rätsel auf. Einer verbreiteten Erklärung zufolge kommt „xi lu“ vom japanischen Wort für Suppe, das Gericht wäre also einfach Suppe mit Fleisch. Bis heute gehört es auf die Festtafeln in Yilan, und die Einheimischen servieren es Gästen mit Stolz.
Wie es gemacht wird
Zuerst wird Chinakohl gegart und in die Schüssel gelegt. Schweinefleischstreifen, Shiitake, getrocknete Garnelen, Karotten und Bambussprossen werden zusammen gekocht, mit Stärke gebunden und über den Kohl geschöpft. Verquirltes Ei wird zu knusprigen goldenen Krümeln frittiert, die großzügig obenauf kommen. Manche Köche geben noch Fischhaut oder Enoki-Pilze dazu.
Wie man es isst
In Yilan steht es bei Festessen und Banketten als Gericht zum Teilen auf dem Tisch. Manche Restaurants servieren es mit Reis als Xi Lu Rou Fan (西魯肉飯), eine große Portion für zwei, und Einheimische rühren Portionen zum Mitnehmen oft unter Reis. Manche Köche geben zum Schluss Koriander und etwas Pfeffer darüber.
In anderen Teilen Taiwans
- Norden
- Yilan zählt das Gericht zu seinen Shou Lu Cai (手路菜), alten Gerichten, an denen sich das Können in der Küche zeigt. In einer Profiküche in Yilan wurde es neu gedacht: getrocknete Jakobsmuscheln und Sahne statt der gebundenen Soße, mit Käse überbacken.


